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„Jetzt wird geredet“ – Heimerziehung in Tirol

14. Dezember 2016 | Bericht von Prof. Andrea Kronberger

Theaterbesuch und Expertengespräch mit Horst Schreiber

Im Anschluss an das Theaterstück „Jetzt wird geredet“ der Theatergruppe nachtACTiv, das die Schüler_innen der 8a am 11.12.2016 im Freien Theater besuchten und das die Geschichten von Misshandlung und Diskriminierung der Zöglinge in den Heimen der Stadt Innsbruck in den Jahren 1955 bis 1985 und...

„Jetzt wird geredet“ – Heimerziehung in Tirol

14. Dezember, 2016 | Bericht von Prof. Andrea Kronberger

Im Anschluss an das Theaterstück „Jetzt wird geredet“ der Theatergruppe nachtACTiv, das die Schüler_innen der 8a am 11.12.2016 im Freien Theater besuchten und das die Geschichten von Misshandlung und Diskriminierung der Zöglinge in den Heimen der Stadt Innsbruck in den Jahren 1955 bis 1985 und ihr Ringen um ein "normales Leben" in Würde in Erinnerung ruft, beschlossen die Lehrerinnen Susanne Jäger, die selbst als Regieassistentin und Schauspielerin bei diesem ehrgeizigen Projekt mitgewirkt hatte, und Andrea Kronberger, einen Experten einzuladen. Zum einen sollte das sensible Thema im Unterricht (PP und GSP) sowohl aus psychologischer wie aus historischer Sicht bearbeitet werden, andererseits sollten die sehr interessierten Schüler_innen Gelegenheit bekommen, die aufgetauchten Fragen mit jemanden zu diskutieren, der sich viele Jahre mit den Opfern und ihren schmerzhaften Erinnerungen an diese Zeit, die menschenverachtenden Regeln des Zusammenlebens, die brutalen Erziehungsmethoden und die Auswirkungen der Heimerziehung beschäftigt hat. Mit großen Erwartungen und vielen Fragen wurde der Zeithistoriker Univ.-Doz. Dr. Horst Schreiber, Initiator der Opferschutzkommission des Landes Tirol, am 14.12.2016 im Franziskanergymnasium begrüßt. Nach einem Impulsreferat zum Thema Heimerziehung in Tirol und der leidenschaftlichen Darlegung seines Forschungsinteresses wurde der Experte mit Fragen der Schüler_innen zum Thema überhäuft. Besonders leidenschaftlich brachten sich Sophie, Marie und Clemens in die Diskussion ein. Erfreut über das große Interesse der Schüler_innen der 8a, beantworte Horst Schreiber geduldig die scheinbar nicht enden wollenden Fragen. Besonders interessiert zeigten sich die jungen Menschen dabei vor allem an der strafrechtlichen Verfolgung der Täter und Täterinnen, die zahlreiche Kinder und Jugendliche als so genannte Erziehungsautoritäten niedergebrüllt und mundtot gemacht hatten. Nach einer zweistündigen Diskussion mussten sich die Schüler_innen vom Experten Horst Schreiber verabschieden, das Thema Heimerziehung und das Schicksal der 14 ehemaligen Heimkinder, das stellvertretend für eine große Zahl von Leidensgenoss_innen steht, hatte jedoch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und blieb noch lange Zeit Gesprächsthema.


Weitere Informationen: http://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/unterrichtsmaterial/heimerziehung-in-tirol (2.2.2017).

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